Die Frauenkleidung war in dieser Epoche der männlichen Tracht sehr verwandt. Nur durfte nichts von dem gezeigt werden, was den Reiz des Weiblichen ausmacht. Ober- und Unterkörper standen wie zwei Kegel aufeinander; die Spitzen trafen sich in der Taille. Ein Korsett, französisch planchette, aus Eisenschienen preßte erbarmungslos den Oberkörper zusammen, um dem wattierten Leibchen mit tief herabhängender Schnebbentaille einen festen und faltenlosen Sitz zu gewährleisten. Die Ärmel mit Schulterpuffen waren eng. Der Oberrock wurde gefüttert; er spaltete sich vorn von der Schnebbe an abwärts und ließ ein Unterkleid sehen. Beide Röcke saßen auf einem Gestell von steifer Leinwand oder auf Eisenschienen. Die Halskrause und die Manschetten glichen denen der Herrenkleidung. Das Haar mußte der unförmigen Kröse wegen aufgesteckt getragen werden. Obenauf saß ein kokettes Hütchen mit Krempe. Ein kurzes Mäntelchen, oft mit Pelz gefüttert, Handschuhe, Fächer und Spitzentaschentuch vervollständigten das Frauenkostüm.